Wie man in gefährlichen Situationen reagiert, hängt wohl von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Doch entscheiden Sie selbst: wechseln Sie im folgenden Fall die Straßenseite oder ...

GENGAN S' RUHIG DURCH

„Gengan S' ruhig durch!", rief Dachdeckermeister Pribil von seiner Leiter herab, als er Herrn Hrabanek auf dem Gehsteig kommen sah. Herr Hrabanek stutzte.
„Warum wollen Sie, dass i da durchgeh'?"
„Von mir aus können S' a woanders gehen!"
„Aber Sie hab'n doch grad g'sagt, dass i durchgehn soll!"
„Ich hab g'meint, Sie brauchen sich keine Sorgen machen, wenn S' da gengan!"
„Warum sollt i mir Sorgen machen?"
„Na, dass Ihnen was am Schädel fallen könnt oder so ...!"
„Ich hätt mir keine Sorgen g'macht!"
„Na also ...!"
„Aber jetzt mach ich mir welche! Immerhin scheinen Sie ja mit der Möglichkeit zu rechnen, dass Ihnen ein Ziegel aus der Hand fallen könnt!"
„Also hundertprozentig sicher is gar nix!" „Sehen S', und deswegen frag' ich mich, warum Sie mich dann unbedingt in den Gefahrenbereich locken wollen! Wahrscheinlich lassen S' absichtlich an Ziegel fallen!"
„Hören S', i sag Ihnen was, bevor i grantig werd: Geh'n S' halt auf der anderen Straßenseiten, wenn S' abergläubisch san!"
„Mit Aberglauben hat des gar nix zu tun! Außerdem kann ich gehen, wo ich will! Also, lassen S' mich jetzt durch?"
„Sicher! Gengan S' ruhig!"
„Ich gehe nicht!"
„Bitte schön ..."
„Frechheit!!"
Dachdecker Pribil stieg resignierend von seiner Leiter.
„Trauen Sie sich jetzt, wo i nimmer oben steh?", fragte er.
„Sie gengan vor mir durch!", beharrte Herr Hrabanek, trat einen Schritt zur Seite und wurde von einem Auto überfahren.
Hundertprozentige Sicherheit gibt es eben wirklich nicht!