So alt kann man gar nicht werden, dass einen der erste Schnee des Winters nicht seltsam in der Seele berühren würde. Da steht man dann und beobachtet still ...

DIE SCHNEEFLOCKE (aus dem Buch 'Lachen Sie nur!')

Die Flocke fällt vom Himmelsgrau
und tänzelt über'm See genau;
wer dort hineinfällt ist verlor'n,
der See ist noch nicht zugefror'n!
Doch treibt der Wind sie gegen West,
was sie sich gern gefallen läßt,
denn nun schwebt unsre Flocke grad
dem Kirchturm zu in dieser Stadt!
Vorbei, sie wirbelt niedrig schon
über dem Parkhaus aus Beton;
so hat sie sich's nicht vorgestellt,
daß sie hier auf die Straße fällt!
Doch knapp über dem Matsch und Dreck
bläst sie der Wind jetzt nochmals weg;
sie steigt erneut ganz in die Höh'
und landet schließlich, wie ich seh
dem alten Schulrat seiner Frau
so auf der Nase ganz genau!
Die Flocke schmilzt und ist dahin,
und doch hatte ihr Leben Sinn:
sie hat Frau Schulrat still und sacht
ganz kurz zum Lächeln heut gebracht!